ROCKS Magazin 114 (05/2026) mit CD (Bundle)
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Mit: Hardrock-Special (Teil 2!), Airbourne, Europe, Warren Haynes, Audrey Horne, Queensryche, Coverdale/Page, UFO, Guns N' Roses, Richie Sambora, Gotthard, Metallica, Black Sabbath, Kyuss, Kiss, Black Crowes, Eric Gales, Poison, Danger Danger, Arthur Brown, Genesis, David Bowie, The Pretty Reckless, Gravy Train, Villagers Of Ioannina City, Stryper, Kris Barras Band, Wicked, Night Laser, Iconic, Triosphere, Velveteen Queen, Sinner uvm.
Auf CD
1. Girish And The Chronicles — ›Disintegrate‹ (04:37)
2. Audrey Horne — ›God Damn Beautiful‹ (03:39)
3. Asia — ›Echo Of You‹ (04:54) (Edit)
4. Paul Laine — ›Love Me Or Leave Me‹ (04:43)
5. The Temperance Movement — ›Eat You Alive‹ (02:47)
6. Shakra — ›Wasteland Warriors‹ (04:47)
7. Stryper — ›Ashes To Roses‹ (04:02)
8. Wicked — ›Obsession‹ (03:56)
9. These Wicked Rivers — ›Horse To Water‹ (04:04)
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Hardrock-Special: Teil 2 (Titel-Special)
Exakt zwei Jahre ist es her, dass wir uns in einem großen Hardrock-Special auf Spurensuche begaben: Wir fischten nach Impulsgebern, Katalysatoren und einfach guten Platten, die harte Rockmusik erfunden und vorangebracht haben. Oder die ihr neue Facetten, Spielweisen und eigene Duftnoten hinzufügten. Mehrfach ausgeweitet wurde damals diese Themenstrecke, die so viel Material hervorbrachte, dass eine Fortsetzung unausweichlich wurde.
Hier ist sie! Teil 2 knüpft dort an, wo dem ersten nach mehr als 40 Seiten der Platz ausging. Dabei haben wir die bockstarken neuen Albumveröffentlichungen von Europe, Airbourne, Audrey Horne und Warren Haynes zum Anlass genommen, uns aus der Gegenwart zurück bis ins Jahr 1991 zu hören: Ein langer Weg durch die Dekaden, in denen sich, was sich unter „Hardrock“ subsumieren lässt, vielfach gewandelt, aufgefächert und mitsamt seinen Protagonisten verändert hat.
Airbourne
Da behaupte nochmal jemand, diese Power-Riff-Rocker klängen immer gleich: Airbourne krönt ihre Diskografie als das bislang vollständigste und am besten durchdachte Album — die zusätzliche Liebe, die sie in die Songs, die Melodien, die Arrangements und die Produktion gesteckt haben, ist allgegenwärtig. Klanglich dokumentiert es einen ähnlich großen Schritt, wie ihn einst ihre Vorbilder AC/DC taten, als 1979 Produzent Mutt Lange ins Spiel kam. Auch er hat sich auf der Platte verewigt: Ins Boot gelockt hat ihn Bryan Adams, der mit den Australiern zwei bockstarke Songs geschrieben hat.
Plus:
Das Phänomen ist bald genauso so alt wie die Band, die Airbourne in jungen Jahren mächtig in die Glieder fuhr: Alle paar Jahre gerät eine neue junge Gruppe ins Rampenlicht, die sich an dem markanten Boogie-Hardrock-Sound von AC/DC versucht — zu einer wirklich haltbaren Karriere bringen es die wenigsten. Bei der Combo, die die Brüder Joel und Ryan O’Keefe vor einem Vierteljahrhundert ins Leben riefen, ist das anders.
Europe
Neun Jahre haben sich Europe für ihr zwölftes Studio-Album Come This Madness Zeit gelassen. Die ungewohnt lange Kreativpause hat der Fünfer um Frontmann Joey Tempest dazu genutzt, sich mit der eigenen Geschichte zu befassen — und wieder detaillierter ausgearbeitete Musik zu präsentieren.
Plus:
Düster, hart und egoistisch setzten Europe vor nunmehr zwei Jahrzehnten ein beispielloses Comeback in Gang. Längst sind die Schweden eine der Hardrock-Autoritäten der Moderne, die auf zeitgemäße und sehr eigene Weise fortführt, was einst Bands wie UFO, Deep Purple und Uriah Heep angestoßen haben.
Warren Haynes & Gov’t Mule
Warren Haynes ist einer der experimentierfreudigsten Rockmusiker der Gegenwart. Für das Projekt Dreams & Songs ließ der Gitarrist und Sänger Episoden seiner Schaffensphasen mit einem Sinfonieorchester Revue passieren: Entstanden ist alles andere als ein gewöhnlicher Klassik-Rock-Verschnitt.
Plus:
Die Art und Weise, in der Gov’t Mule mehr als ein halbes Jahrhundert Heavy-Rock-Geschichte in ihrer Musik resonieren lassen, hat sie zu so etwas wie der ultimativen Classic-Rock-Band werden lassen, von der ihr vormaliger Produzent Don Was vor einigen Jahren schwärmte, sie stünde genauso in der Tradition der Allman Brothers wie sie eben auch mit der von Led Zeppelin, Black Sabbath, Deep Purple, der Band Of Gypsys, Cream, B.B. und Albert King, Mountain und The Band verbunden sei.
Audrey Horne
Auf Achilles wird nicht lange gefackelt. Das achte Studioalbum von Audrey Horne ist ein Füllhorn großer Melodien, mit dem die Norweger in ihrem eigenwilligen Hardrock-Sound zu einer neuen Schlagkraft finden.
Plus:
Audrey Horne bleiben eine der spannendsten Bands der zwei zurückliegenden Hardrock-Dekaden. Bereits früh haben es die Norweger auf ihrem Weg verstanden, klar auslotbare Einflüsse in einem Sound zusammenzuführen, der ihr ureigener geworden ist.
Queensrÿche
Mit Operation: Mindcrime hatten sich Queensrÿche als treibende Kreativkraft des progressiven US-Metal etabliert. Das nachfolgende Empire soll ihnen 1990 globalen Erfolg bringen — dazu entschließen sie sich zu einem riskanten Manöver. Das noch viel gewagtere folgt vier Jahre darauf mit Promised Land.
Coverdale/Page
Der eine hatte als Frontmann von Deep Purple und Whitesnake Geschichte geschrieben, der andere als Gitarrist von Led Zeppelin. Mit ihrem kurzlebigen Projekt fanden David Coverdale und Jimmy Page 1993 zurück zum Platz an der Sonne.
UFO
Ende der Achtziger steht Michael Schenker vor den Trümmern seiner Karriere — nach weiteren turbulenten Jahren ist er finanziell ruiniert. Gezwungenermaßen kehrt der deutsche Gitarrengott für das Album Walk On Water zur Hardrock-Legende UFO zurück. Und bleibt eine Weile.
Guns N’ Roses
Als am 16. September 1991 das Video zur Ballade ›Don’t Cry‹ erstmals über die Mattscheiben flimmert, ist klar, dass sich Guns N’ Roses auf dem Gipfel allen vorstellbaren Erfolgs befinden mussten. Erst am nächsten Tag sollte das zugehörige Album erscheinen — doch Use Your Illusion hatte sich bereits zu einem Massenphänomen entwickelt, das immer mächtiger wurde.
Richie Sambora
Mit Bon Jovi hat Richie Sambora alles erreicht, was sich ein Rockgitarrist erträumen kann. Künstlerisch allerdings fühlt er sich eingeengt: Sein Solodebüt Stranger In This Town wird 1991 ein befreiender Selbstfindungstrip, auf den Eric Clapton nicht bloß Einfluss genommen hat...
Gotthard
Als sich Gotthard 1992 der Welt vorstellen, wird traditioneller Hardrock gerade zu Grabe getragen. Trotzdem etablieren sich die Schweizer als feste Größe in Europa — mit drei Alben in Folge, die man sich in der Schnittmenge aus Whitesnake, AC/DC, Deep Purple und Krokus schwerlich besser vorstellen kann. Dial Hard ist das zweite.
Metallica
Alleine in den USA verkauft sich das schwarze Album über 15 Millionen Mal: Ein monumentales Werk mit wuchtvollen Songs und verbannter Hektik, für das sich Metallica ein Stück neu erfinden. Und auf das die Hard’n’Heavy-Welt nahezu geschlossen eine Antwort sucht — und reagiert.
Black Sabbath
Ende der Achtziger gelang es dem Sänger Tony Martin, Black Sabbath neues Leben einzuhauchen: Der elegante, mystische Sound von Eternal Idol (1987), noch mehr aber auf Headless Cross (1989) und Tyr (1990) schien gemacht für die Umgebung der Achtziger. Plötzlich bringt Tony Iommi die Besetzung von Heaven And Hell mit Ronnie James Dio zurück — und auf Dehumanizer frontale Härte.
Kyuss
Ein knochentrockener Hardrock-Sound mit psychedelischen Tendenzen lässt mitten in den Neunzigern die Siebziger aufleben. Mit dem Desert-Rock-Meisterwerk Welcome To Sky Valley prägen Kyuss den Begriff „Stoner Rock“.
Kiss
Ausgerechnet in einer Zeit, als die Nachwehen des Grunge neue Demut und Bescheidenheit im Rock’n’Roll verordnen, holen Kiss zum Gegenschlag aus: Anderthalb Dekaden nach der Demaskierung reaktivieren sie ihr buntes Superhelden-Image — und ihre Originalbesetzung mit Ace Frehley und Peter Criss.
Hardrock in den Neunzigern: Die neue Erdung
Nicht nur Grunge wurde Anfang der Neunziger immer populärer, der als Gegenbewegung zur großen Ära des amerikanischen Hardrock Zurückhaltung und mehr Authentizität postulierte. Auch der Erfolg der Black Crowes in den frühen Neunzigern rief weitere Bands auf den Plan, die sich zu vergleichbaren Siebziger-Rhythm’n’Blues-Sounds hingezogen fühlten: Bands mit Roots-Kolorit schossen wie Pilze aus dem Boden.
Mit u.a.:
The Black Crowes
Filigrane Verästelungen weit hinein in Südstaaten-Soul, Country und Gospel bringen auf The Southern Harmony And Musical Companion eine neue Tiefe in den Sound der Black Crowes, die sich mit ›Sting Me‹, ›Remedy‹, ›Hotel Illness‹ und ›Thorn In My Pride‹ strahlende Denkmäler setzen.
Eric Gales Band
Als 1991 sein erstes Album über ein Major-Label erschien, wurde der damals erst 16-Jährige Eric Gales als neues Gitarrengenie in den Fußstapfen von Jimi Hendrix und Robin Trower hofiert — mit teuren Videoclips, pompösen Presseterminen und allem, was dazu gehört. Schon bald wird er seine hörenswerten Alben zwischen Gefängnisaufenthalten veröffentlichen.
Poison
Auf Native Tongue überraschten Poison 1993 mit Qualitäten, die man bis dahin wahrlich nicht mit ihnen in Verbindung gebracht hatte: technische Finesse, Klangwärme, echte musikalische Substanz und eine im Kontext dieser Band für unmöglich gehaltene Tiefendimension. Verantwortlich ist nicht zuletzt der neu zur Band gestoßene Star-Gitarrist Richie Kotzen.
Paul Laine / Danger Danger
36 Jahre nach Stick It In Your Ear veröffentlicht Paul Laine mit The Long Road Back sein zweites reguläres Solo-Album. Der frühere Sänger von Danger Danger und The Defiants beweist damit einmal mehr, dass Melodic Rock nicht angestaubt klingen muss.
Die Bands im Überblick:
UFO
Kiss
Soundgarden
King's X
ZZ Top
Coverdale/Page
Gotthard
House Of Lords
Warrior Soul
Kyuss
Guns N' Roses
Candlebox
Love/Hate
Faith No More
Warrant
Cry Of Love
Def Leppard
Extreme
Badlands
Van Halen
Richie Sambora
Saigon Kick
Metallica
Mr. Big
Queensryche
Temple Of The Dog
Pearl Jam
Alice In Chains
The Black Crowes
The Eric Gales Band
Blackeyed Susan
Poison
Black Sabbath & HEaven And Hell
Uriah Heep
Beautiful Creatures
Paul Laine / Danger Dager
Pzzy Osbourne
Europe
Alice Cooper
Black Country Communion
Kamchatka
The Answer
Night Ranger
Airbourne
Audrey Hornee
Warren HAynes
Gov't Mule
Blues Pills
Arthur Brown
Sein Name bleibt auf ewig mit ›Fire‹ verbunden, dem unsterblichen Psychedelic-Hit des Kleinods The Crazy World Of Arthur Brown aus dem Jahr 1968. Nature heißt die neue Platte des Briten, die eng mit dem heutigen Leben des 84-Jährigen verwoben ist.
Genesis
Nursery Cryme hatte ihnen ein zartes Momentum beschert. Als Genesis im Sommer 1972 Foxtrot aufnehmen, wird ihre Musik theatralischer, stimmungsvoller und komplexer — das surrealistische Artwork bleibt eines der ikonischen Bilder des Progressive Rock.
David Bowie
In eine Schublade stecken ließ er sich nie. In seiner fast fünfzig Jahre währenden Schaffenszeit hat David Bowie etliche Wandlungen durchlaufen, musikalische Territorien erkundet, Ausdrucksmöglichkeiten erforscht. Treu geblieben ist er dabei immer nur sich selbst.
Rock’n’Roll Movies: Blue In The Face/Smoke
Blue In The Face ist als Beiwerk des Spielfilms Smoke entstanden mit einem fast identischen Cast und Schauplatz. Doch anders als dessen stringente Geschichte ist sein kleiner Bruder ein improvisierter, chaotischer Trip, zu dem sich Lou Reed, Michael J. Fox und Madonna einfinden.
Gravy Train
Auf ihrer zweiten Platte lösten sich Gravy Train 1971 vom bluesigen Charakter ihres Debüts. (A Ballad Of) A Peaceful Man betont vor allem die Diversität der frühen britischen Progressive-Szene.
The Pretty Reckless
Sie drehte mit drei Jahren ihren ersten Werbespot, hatte mit sieben eine Hauptrolle in Der Grinch und wurde als Teenager weltberühmt in der TV-Serie Gossip Girl. Doch mit 18 hatte Taylor Momsen genug von der Schauspielerei und widmete sich ganz ihrer Karriere als Sängerin. AC/DC und die Rolling Stones nahmen The Pretty Reckless gleichermaßen mit auf Welttournee — unlängst ist in Dear God ihr sechstes Album erschienen.
Villagers Of Ioannina City
Die Villagers Of Ioannina City vereinen die Folk-Tradition ihrer Heimat geschickt mit zeitgemäßem Heavy-, Stoner- und Psychedelic-Rock. Auf dem kämpferisch Venceremos betitelten dritten Album der Griechen erblüht diese Kombination in voller Pracht.
Stryper
In den Achtzigern mauserten sich Stryper zu einer der erfolgreichsten Heavy-Bands mit christlichem Hintergrund und konnten auf der Nahtstelle von Metal und Hardrock ein Massenpublikum erreichen. Ende September erscheint das 16. Album der Amerikaner: So klassisch wie auf Throne Of Thorns klangen Stryper ewig nicht.
Kris Barras Band
Kris Barras ist eine der spannendsten Figuren der britischen Rockszene. Auf Monsters We Made vereint der einstige Kampfsportler kraftvolle Songs, markante Gitarrenarbeit und große Melodien zu einem modernen Metal-Album — ein weiterer Höhepunkt seiner Musiker-Laufbahn.
Wicked
Wicked sind so etwas wie Brückenbauer, die traditionelle und zeitgemäße Rockmusik miteinander verbinden. Bislang völlig autonom und in Eigenregie will das Quartett aus Rochester, New York mit dem aufrührerischen Go Rebel nun in Europa Fuß fassen.
Night Laser
Night Laser ihrer Kreativität freien Lauf: Auf Rats In The Cradle experimentiert die einst im Sleaze-Metal gestartete Band munter mit Funk-, Boogie-, Orgel-Hardrock sowie Metal.
Iconic
Ihre Besetzung mit Musikern der Lager von Whitesnake, Inglorious und Stryper ist hochkarätig — gerade deshalb schien zweites Album von Iconic wenig wahrscheinlich. Doch die Vielbeschäftigten haben Gefallen an ihrer Sache gefunden: Auf II steigern sie sich deutlich.
Triosphere
Mit Oceans Above, Stars Below machen Triosphere da weiter, wo sie vor zwölf Jahren aufgehört haben. Der mit progressiven Fäden durchzogene Power Metal der Norweger klingt zupackend und unverbraucht, als hätte es die lange Pause nicht gegeben.
Velveteen Queen
Auf ihrem Einstand Consequence Of The City begeisterten Velveteen Queen mit sleazigem Hardrock. The Greater Good haben die jungen Musiker aus Göteborg abgeklärter und farbenfroher gestaltet, die in nächster Generation fortführen, was Swedish Erotica einst anstießen.
Sinner
Boom Bang Goodbye soll das letzte Kapitel sein. Gemeinsam mit zahlreichen Weggefährten und einer Riege illustrer Gastsänger feiert Mat Sinner den Abschied jener Band, die sein Leben seit Anfang der achtziger Jahre maßgeblich geprägt hat.
u.v.m.
| Band/Künstler: | Airbourne, Arthur Brown, Audrey Horne, Black Crowes, Black Sabbath, Blues Pills, Coverdale/Page, Danger Danger, David Bowie, Eric Gales, Europe, Genesis, Gotthard, Guns N'Roses, Iconic, Kiss, Kris Barras Band, Kyuss, Larkin Poe, Metallica, Night Laser, Poison, Queensrÿche, Richie Sambora, Sinner, Stryper, The Pretty Reckless, Triosphere, UFO, Velveteen Queen, Villagers Of Ioannina City, Warren Haynes, Wicked, ZZ Top |